Beitrag geprüft durch Erbmanufaktur

Die 10 größten Irrtümer beim Vererben – aus Sicht des Erblassers

Alle Informationen auf dieser Seite wurden durch Claus M. Büttner und den Erbrechts-Experten der ERBMANUFAKTUR vor der Veröffentlichung geprüft.

Das Erbrecht regelt doch alles! Im Prinzip ist das richtig. Aber auch nur, wenn Ihre Lebensverhältnisse Standard sind und Ihre möglichen Erben in friedvoller Eintracht miteinander leben. Geht es um das Vererben, bestehen vielfach irrsinnige Vorstellungen darüber, wie der Erbfall vonstatten geht, wer erbt, wer nicht erbt, wer wieviel erbt oder was das Erbrecht wirklich regelt und gerade eben nicht regelt. Wir haben die vielleicht größten 10 Irrtümer im Erbrecht für Sie zusammengetragen, wenn es um das Vererben geht.

1. Irrtum: Mein Ehepartner erbt sowieso alles und allein

Haben Sie keine Kinder, erbt Ihr Ehepartner keinesfalls allein und schon gar nicht alles. Lebt noch einer Ihrer Elternteile, erbt Ihr überlebender Ehepartner lediglich drei Viertel Ihres Nachlasses. Ein Viertel geht an den noch lebenden Elternteil. Sind auch Ihre Eltern verstorben, treten an deren Stelle Ihre Geschwister und in der Folge weiter entfernte Verwandte. Das ist die gesetzliche Erbfolge. Sie müssen also immer damit rechnen, dass vielleicht wie aus dem Nichts irgendwelche Verwandten auftauchen, und Erbansprüche anmelden. Auch kommt es bei der Bemessung der Erbteile darauf an, ob Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben oder Gütertrennung vereinbart haben.

Möchten Sie vermeiden, dass Ihre Eltern oder ihre Geschwister oder sonstige Verwandte an Ihrem Nachlass teilhaben, müssen Sie ein Testament errichten oder mit Ihrem Ehepartner einen Erbvertrag abschließen. Da Ihre Eltern und Geschwister keine Pflichtteilsrechte haben, erbt in diesem Fall Ihr überlebender Ehepartner alles und allein, aber eben nur deshalb, weil Sie Ihre sonstigen Verwandten testamentarisch vom Nachlass ausgeschlossen haben.

2. Irrtum: Ich brauche kein Testament. Das ist nur etwas für Vermögende.

Im Standardfall regelt die gesetzliche Erbfolge, wer was erbt. Die Notwendigkeit, ein Testament zu errichten, ergibt sich im Zusammenhang mit Irrtum 1: Verfassen Sie kein Testament und erbt Ihr überlebender Ehegatte neben anderen Verwandten Ihren Nachlass, muss Ihr Ehegatte im ungünstigsten Fall Teile des Nachlasses, vielleicht sogar Ihr Familienwohnhaus verkaufen, nur um die Ansprüche Ihrer Verwandten auszahlen zu können. Um Ihrem Ehepartner dieses Schicksal zu ersparen, sollten Sie ein Testament errichten und darin Ihre Erbfolge regeln.

3. Irrtum: Mein Ehepartner erbt unser Haus allein

Sind Sie allein im Grundbuch als alleiniger Eigentümer Ihres Familienhauses eingetragen, fällt das Haus vollständig in Ihren Nachlass. Ihr überlebender Ehepartner erbt lediglich neben anderen Verwandten, so wie es die gesetzliche Erbfolge bestimmt. Auch wenn Ihr Ehepartner als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen wird, fällt zumindest Ihr Miteigentumsanteil in den Nachlass. Lediglich der Miteigentumsanteil Ihres Ehepartners bleibt außen vor. Muss Ihr Ehepartner andere Miterben auszahlen, bleibt ihm vielleicht nichts anderes übrig, als das Haus zu verkaufen. Sie können diese Konsequenz weitgehend vermeiden, wenn Sie Ihre Erbfolge testamentarisch regeln.

4. Irrtum: Meine Verwandten bilden eine Erbengemeinschaft und regeln alles einvernehmlich

Hinterlassen Sie mehrere Erben, finden sich diese in einer Erbengemeinschaft wieder. Jeder ist auf jeden angewiesen. Keiner kann ohne den anderen irgendetwas entscheiden oder über Nachlassgegenstände verfügen. Es liegt in der Natur des Menschen, dass daraus Streitigkeiten entstehen. Um diese zu vermeiden, sollten Sie in einem Testament regeln, wer was und wieviel erbt. Sie vermeiden damit das Entstehen einer konfliktträchtigen Erbengemeinschaft.

5. Irrtum: Ich gehe mit der Zeit und schreibe mein Testament am Computer

Um zu vermeiden, dass Testamente manipuliert werden, schreibt das Gesetz vor, dass Sie als Erblasser Ihr Testament handschriftlich verfassen und persönlich unterschreiben müssen. Sie dürfen auch keine Schreibmaschine benutzen. Andernfalls bleibt Ihr „letzter Wille“ unbeachtlich. Es tritt dann die gesetzliche Erbfolge in Kraft.

6. Irrtum: Ich muss meinem Sohn den Pflichtteil auszahlen, auch wenn ich noch lebe

Falsch. Solange Sie leben, hat keines Ihrer Kinder Anspruch auf Ihr Erbe und kann auch nicht verlangen, dass Sie ihm bereits zu Lebzeiten den Pflichtteil auszahlen. Im Gegenteil: Sie können mit Ihrem Vermögen anstellen, was Sie wollen. Es bleibt allein Ihre Entscheidung, auch wenn Sie mit Ihrem Lebensstil Ihr Vermögen Richtung null reduzieren. Es bleibt Ihnen natürlich unbenommen, Ihrem Kind Vermögenswerte zu schenken, beispielsweise ein unbebautes Grundstück zu überlassen, auf dem es ein Eigenheim errichten will. Dann sollten Sie aber klären, inwieweit die Schenkung auf das spätere Erbe angerechnet wird und inwieweit andere Erben Berücksichtigung finden.


Wenn Sie aktuell eine Immobilie verkaufen wollen oder müssen, ist es vorab wichtig den richtigen und realistischen Verkaufspreis zu ermitteln. Denn: Setzen Sie diesen zu hoch an, wird die Immobilie zum Ladenhüter - verkaufen Sie zu günstig, verlieren Sie Geld.

Was ist der beste Verkaufspreis?
Schnelle Antwort liefert jetzt kostenlos und unverbindlich die Gutachterdatenbank mit wohnortgenauer Wert-Einschätzung:

Hochwertige Analyse

Standortgenau - 100% Kostenfrei
Grundstück Grundstück
Haus Haus
Wohnung Wohnung
Gewerbe Gewerbe

Auch wenn Sie sich noch unsicher sind, ob Sie verkaufen wollen, erhalten Sie jetzt hier garantiert wichtige Erkenntnisse.


7. Irrtum: Auch meine Geschwister haben Anspruch auf den Pflichtteil

Pflichtteilsberechtigt sind lediglich Ihre Kinder und Enkelkinder, Ihre beiden Elternteile und der Ehepartner. Ihre Geschwister haben keinen Anspruch auf irgendwelche Pflichtteile. Schließen Sie im Wege eines Testaments Ihre Geschwister also von der Erbfolge aus, erben diese nichts.

8. Irrtum: Mein Testament verwahre ich am besten zu Hause

Natürlich können Sie Ihr Testament in Ihren persönlichen Unterlagen zu Hause aufbewahren. Normalerweise ist das kein Problem. Es kommt aber auch in den besten Familien vor, dass Zuhause verwahrte Testamente nicht aufgefunden, unterschlagen oder vielleicht sogar verfälscht werden. Möchten Sie sichergehen, sollten Sie Ihr Testament bei Ihrem örtlichen Amtsgericht hinterlegen. Sie zahlen dafür eine pauschale Hinterlegungsgebühr von 75 €. Das Gericht wird Ihr Testament beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer in Berlin registrieren lassen. Dafür fallen nochmals einmalig 15 € an. Segnen Sie das Zeitliche, werden über das Standesamt das Testamentsregister und das Nachlassgericht informiert und Ihr Testament zuverlässig eröffnet.

9. Irrtum: Auch mein Lebensabschnittsgefährte oder Lebensgefährte ist gesetzlicher Erbe

Leben Sie mit einem Lebensabschnittsgefährten oder Lebensgefährten in wilder Ehe zusammen, erbt dieser nichts. Diese Personen sind keine gesetzlichen Erben und gehen vollkommen leer aus. Möchten Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin dennoch Bedenken, müssen Sie ein Testament verfassen und diese Person als Erbe oder im Wege eines Vermächtnisses bedenken.

10. Irrtum: Ich stehe unter Betreuung und kann kein Testament mehr errichten

Falsch! Auch wenn Sie aus persönlichen Gründen unter Betreuung stehen, bleiben Sie dennoch testierfähig. Sie brauchen keinesfalls Ihren Betreuer um eine Erlaubnis oder seine Zustimmung zu fragen, wenn Sie ein Testament errichten wollen. Nur dann, wenn die Betreuung aufgrund Ihrer psychischen Situation auch in vermögensrechtlichen Angelegenheiten angeordnet ist, fehlt es an Ihrer Testierfähigkeit. Sollten Sie damit rechnen, früher oder später unter Betreuung gestellt zu werden, sollten Sie also frühzeitig ein Testament errichten.

Claus M. Büttner

Veröffentlicht durch: Claus M. Büttner

ERBMANUFAKTUR ist Ihr erster Ansprechpartner zum Thema Richtig Erben, Vererben, Schenken, Stiften und (Nachlass-) Immobilien. Als ausgewiesener Experte auf den Gebieten der  sowie dem Erb-, Familien-, Gesellschafts-, Bank- und Steuerrecht ist das Leistungsangebot des Verbundes breit aufgestellt, um Ihnen stets das beste Ergebnis zu liefern.

Die individuelle Beratung hat für Claus M. Büttner sowie für das gesamte Team höchste Priorität. Sowohl vor Ort als auch deutschlandweit stehen wir Ihnen kompetent zur Seite. Als Experten für Erbimmobilien berät Herr Claus M. Büttner regelmäßig Besitzer von Privatimmobilien und Gewerbeimmobilien aus ganz Deutschland.

Bei Fragen erreichen Sie uns unter: 03322-288252

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie gewährleiste ich, dass mein Testament nach meinem Ableben aufgefunden wird?

Was nützt das ach so sorgfältig und liebevoll formulierte Testament, wenn es nach Ihrem Ableben nicht aufgefunden wird? Dann bleibt es das, was es ist, nämlich ein Stück Papier. Auch lässt sich das Risiko nicht ausschließen, dass ein TestamentVielen Menschen ist es wichtig, ein Testament zu erstellen und so ihren Nachlass individuell und nach den persönlichen […]

Welche Fehler gilt es zu vermeiden, wenn ich mein Testament gestalte?

Es ist einfach, aber trotzdem fehleranfällig. Gestalten Sie Ihr Testament, sollten Sie wissen, welche formalen Voraussetzungen Sie berücksichtigen müssen und wie Sie Ihre Worte so formulieren, dass sich Ihr letzter Willen wirklich in die Tat umsetzen lässt. InhaltsverzeichnisWas bedeutet, ich muss mein Testament handschriftlich verfassen?Muss ich mein Testament notariell beurkunden lassen?Widerrufen Sie ein früheres TestamentErklären Sie […]

Wie wirken sich Auslandsvermögen und Immobilien auf mein Testament aus?

Vielleicht wissen Sie nicht, was grenzüberschreitende Erbschaften sind und glauben, Sie seien nicht betroffen? Oder haben Sie schon einmal etwas von einer „Nachlassspaltung“ gehört? Wahrscheinlich nicht. Auch wenn Sie in Deutschland das Zeitliche segnen und irgendwo im Ausland ein Ferienhaus hinterlassen oder dauerhaft im europäischen Ausland leben und Vermögenswerte in Deutschland besitzen, sollten Sie sich […]

Die 10 größten Testamentsirrtümer – Was Sie über das Testament wissen müssen

„Wer früher stirbt, ist länger tot“. Inwieweit dieser Spruch als Irrtum, Glaube oder sonst was zu beurteilen ist, bleibt jedem selbst überlassen. Gerade im Erbrecht und dort, wo es um Leben und Tod geht, gibt es unglaublich viele, überraschende, abergläubische und irgendwie auch pessimistische Ansichten. Wir haben eine Reihe solcher Aspekte für Sie zusammengetragen. Inhaltsverzeichnis1. […]

Sie haben Fragen oder möchten direkt Kontakt mit uns aufnehmen?
Die Welt
Die Welt am Sonntag
Hamburger
Manager Magazin
Veröffentlichungen in