Der Erbvertrag (§ 1941, §§ 2274 ff. BGB) dient dazu, den Nachlass zu regeln. Genau wie das
Testament gehört er zu den letztwilligen Verfügungen. Im Gegensatz zum Testament bindet
der Erbvertrag alle Vertragsparteien und kann nicht widerrufen werden. Ein Rücktritt vom
Erbvertrag ist nur dann möglich, wenn sich die Vertragsparteien bei Vertragsschluss auf
diese Möglichkeit geeinigt haben und die notwendigen Vorkehrungen hierfür getroffen
haben. Wird nach Aufsetzen des Erbvertrags ein abweichendes Testament aufgesetzt,
dessen Inhalt von demjenigen des Erbvertrags abweicht, greift der Erbvertrag. Ein im
Testament bedachter Erbe hat keine rechtliche Handhabe, beim Erbvertrag jedoch ist seine
Position gesichert. Ein Erbvertrag muss bei einem Notar abgeschlossen und von diesem
beurkundet werden.

Erbvertrag Kosten

Ein Testament darf handschriftlich aufgesetzt werden, ein Erbvertrag hingegen nicht. Für
Erbverträge herrschen strenge Formvorschriften, die unbedingt eingehalten werden müssen.
Die Vertragsparteien müssen bei der Erstellung anwesend sein. Da ein Erbvertrag mit der
Hilfe eines Notars aufgesetzt werden muss, ist er mit entsprechenden Kosten verbunden. Die
Kosten richten sich nach den Bestimmungen im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG).
Für seine Tätigkeit berechnet der Notar Gebühren in Abhängigkeit von dem Gesamtwert des
Nachlasses. Bei Geschäftswerten von 1.000.000 Euro betragen die Gebühren knapp 2.000
Euro.

Erbvertrag Muster

Man kann online ein Muster für den Erbvertrag herunterladen. Allerdings gilt es zu
bedenken, dass es sich hierbei nur um eine Veranschaulichung handelt und das Muster
keinen Anspruch auf Wirksamkeit oder Vollständigkeit erhebt. Nur ein notariell
beurkundeter Erbvertrag
ist rechtskräftig. Daher sollten Sie bereits vorab einen Notar Ihres
Vertrauens mit Ihren Wünschen vertraut machen. Nur so bekommen Sie einen passgenauen
Erbvertrag.

Erbvertrag Pflichtteil

Wurde ein Angehöriger vom Erbe ausgeschlossen, sichert der Pflichtteil eine
Mindestbeteiligung am Nachlass. Daher steht dem Enterbten trotz einer entsprechenden
Verfügung durch den Erblasser ein Teil des Nachlasses zu. Der Pflichtteil beläuft sich in der
Regel auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils.

Er kann nur von pflichtteilsberechtigten Erben aktiv eingefordert werden. Laut § 2303 BGB
sind die Abkömmlinge (Kinder, Enkel, Urenkel), die Eltern und der Ehepartner
beziehungsweise der nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz eingetragene Lebenspartner
pflichtteilsberechtigt.

Grundsätzlich besteht der Pflichtteilsanspruch trotz eines Erbvertrags. Dennoch kann der
Pflichtteil durch entsprechende planerische Vorarbeit und Klauseln wenn nicht gänzlich
umgangen, dann doch stark eingeschränkt werden.

Der Pflichtteilsanspruch lässt sich mittels notarieller Pflichtteilsverzichtserklärung gänzlich
aufheben. Allerdings basiert dieser auf gegenseitigem Einvernehmen zwischen Erblasser und
Erbe. In der Regel wird dem Verzichtenden als Gegenleistung eine vereinbarte
Abfindungszahlung zugestanden, die sich an der Höhe des Pflichtteils orientiert.

Ehe- und Erbvertrag

Wenn ein Ehepartner verstirbt, ohne eine erbrechtliche Regelung mittels Testament oder
Erbvertrag zu hinterlassen, geht der Nachlass an die gesetzlichen Erben über.
Oft findet dann eine Aufteilung des Nachlasses in Erbengemeinschaft zwischen dem
hinterbliebenen Ehepartner und den Kindern statt.

Viele Menschen möchten ihren Ehepartner jedoch vordergründig versorgen.
In diesem Zusammenhang lohnt es sich, parallel neben den ehebedingten Regelungen wie
z.Bsp. die Güterstandswahl:

  • Zugewinngemeinschaft,
  • modifizierte Zugewinngemeinschaft,
  • Gütertrennung und Gütergemeinschaft
  • gleichzeitig erbvertragliche Regelungen über einen umfassenden Ehe- und Erbvertrag zu
  • regeln.

Für die Gültigkeit des Ehe- und Erbvertrags ist die notarielle Beurkundung notwendig. Die
Notarkosten sind vom Reinvermögen der Ehegatten abhängig. Darüber hinaus können auch
Anwaltskosten für die Erstellung eines wirksamen Vertrages anfallen.

Erbvertrag ändern

Ein Erbvertrag kann nicht einseitig geändert oder widerrufen werden. Bei gewünschten
Änderungen oder der Aufhebung des Erbvertrags müssen alle Vertragsparteien ihr
Einverständnis geben. Im Falle einer Scheidung wird der durch die Ehepartner geschlossene
Erbvertrag automatisch unwirksam.