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Vorfälligkeitsentschädigung

Zuletzt aktualisiert am: 5. Oktober 2023

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Gebühr, die von einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut erhoben wird, wenn ein Kreditnehmer ein Darlehen vor dem ursprünglich vereinbarten Endtermin zurückzahlt. Häufig handelt es sich hierbei auch um Immobiliendarlehen.

Dieser Beitrag befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Berechnung sowie den Vor- und Nachteilen einer Vorfälligkeitsentschädigung.

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Rechtlicher Rahmen

Laut Gesetzgebung ist die Vorfälligkeitsentschädigung in Deutschland eine zulässige Praxis. Sie soll den finanziellen Verlust des Kreditgebers ausgleichen, der entsteht, wenn Zinsen, die über die gesamte Laufzeit anfallen würden, nicht gezahlt werden.

Die Vorfälligkeitschädigung im Erbfall

Die Vorfälligkeitsentschädigung stellt auch im Erbfall eine relevante finanzielle Überlegung dar, besonders wenn eine Immobilie mit einer noch laufenden Finanzierung betroffen ist. Im Folgenden wird erläutert, wie die Vorfälligkeitsentschädigung in einem Erbfall angewandt wird und welche Möglichkeiten Erben haben.

  1. Erbschaft und Darlehensvertrag: Im Erbfall tritt der Erbe in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein, inklusive der Fortführung eines Darlehensvertrags. Die Bank kann jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn der Erbe das Darlehen vorzeitig zurückzahlen möchte.
  2. Einschätzung der finanziellen Situation: Die Erben müssen die finanzielle Situation und die mit dem Darlehen verbundenen Verpflichtungen sorgfältig prüfen. Die frühzeitige Tilgung des Darlehens kann eine Option sein, falls genügend liquide Mittel vorhanden sind.
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Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung

Die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung kann komplex sein und hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der verbleibende Kreditbetrag, die verbleibende Laufzeit des Kredits und der aktuelle Zinssatz.

  • Wenn die Restlaufzeit 1 Jahr oder länger beträgt: VE=1%×(Restschuld−Maximale Sondertilgung)

  • Wenn die Restlaufzeit weniger als 1 Jahr beträgt: VE=0,5%×(Restschuld−Maximale Sondertilgung)

In dieser Formel steht „VE“ für die Vorfälligkeitsentschädigung.

Einschränkungen

Es gibt jedoch bestimmte Bedingungen und Einschränkungen, wann und wie viel Vorfälligkeitsentschädigung erhoben werden darf.

  1. Im speziellen Fall von Allgemein-Verbraucherdarlehensverträgen darf die Vorfälligkeitsentschädigung folgende Beträge jeweils nicht überschreiten: 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags oder, wenn der Zeitraum zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung ein Jahr nicht überschreitet, 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags ​[¹]​.
  2. Der Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung ist ausgeschlossen, wenn die Rückzahlung aus den Mitteln einer Versicherung bewirkt wird, die auf Grund einer entsprechenden Verpflichtung im Darlehensvertrag abgeschlossen wurde, um die Rückzahlung zu sichern, oder wenn im Vertrag die Angaben über die Laufzeit des Vertrags, das Kündigungsrecht des Darlehensnehmers oder die Berechnung der VE unzureichend sind (Quelle: Verbraucherzentrale)
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Möglichkeiten und Alternativen

  1. Verhandlung mit der Bank: Eine offene Kommunikation mit der Bank über die finanzielle Situation und die Absicht, das Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen, kann hilfreich sein. Manche Banken zeigen sich kulant und bieten flexible Lösungen an.
  2. Umschuldung: Eine Umschuldung kann eine Alternative zur Zahlung der Vorfälligkeitsentschädigung sein. Dabei wird ein neues Darlehen aufgenommen, um das alte Darlehen abzulösen.
  3. Verkauf der Immobilie: Sollte die Vorfälligkeitsentschädigung zu hoch sein, könnte der Verkauf der Immobilie eine Option sein, um die finanzielle Belastung zu minimieren.

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Claus M. Büttner, Gründer der Erbmanufaktur Erbspezialist, Immobilien- & Nachlassexperte