Baulastenverzeichnis

Was ist ein Baulastenverzeichnis?

Im Baulastenverzeichnis, das in Deutschland ergänzend zum Grundbuch geführt wird, sind die öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen eines Grundstückseigentümers gegenüber der Baubehörde festgehalten. Bestimmte Baulasten werden auch im Grundbuch aufgeführt. Beim Kauf einer Immobilie spielt das Baulastenverzeichnis eine wichtige Rolle, da die Verpflichtungen an den neuen Eigentümer übergehen. Zu den typischen Baulasten gehören das Wegerecht zugunsten des Nachbarn sowie die Verpflichtung, eine bestimmte Abstandsfläche zum Grundstück des Nachbarn freizuhalten. Die Baulasten sind keineswegs ein privatrechtliches Konstrukt, sondern eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung.

Der Eigentümer verpflichtet sich gegenüber der Behörde, bestimmte Dinge auf dem Grundstück zu unterlassen, zu dulden oder auszuführen. Bei einem Immobilienkauf sollte man das Baulastenverzeichnis einsehen, da sich bestimmte Baulasten wertmindernd auf die Immobilie auswirken können. Ein Auszug aus dem Baulastenverzeichnis kann beim zuständigen Bauamt beantragt werden. Eigentümer können das Baulastenverzeichnis selbstverständlich einsehen. Doch auch potenzielle Käufer einer Immobilie dürfen und sollten einen Blick in das Verzeichnis werfen. In der Regel ist eine Einsicht kostenlos oder für wenige Euro zu haben. Anders verhält es sich bei einem Auszug aus dem Baulastenverzeichnis.

Hier können die Kosten je nach Bundesland 20 bis 150 Euro betragen. Auch für den Verkäufer einer Immobilie spielen die Baulasten eine wichtige Rolle, denn sie erlauben es, den Wert eines Grundstücks realistisch einzuschätzen.

Wo wird das Baulastenverzeichnis geführt?

Das Baulastenverzeichnis wird von den Bauaufsichtsbehörden geführt. Bayern ist das einzige Land, in dem kein Baulastenverzeichnis geführt wird. In Bayern lassen Eigentümer die Baulasten als sogenannte Grunddienstbarkeit ausschließlich im Grundbuch eintragen. In
Brandenburg wurde das Baulastenverzeichnis bis 1994 geführt und dann nach mehrjähriger Pause ab 2016 wieder eingeführt.

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